Biodiversität

Biodiversität bedeutet "biologische Vielfalt". Sie umfasst die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, die Vielfalt der verschiedenen Pflanzen- und Tierarten und die Vielfalt der Ökosysteme - also den ungeheuren Reichtum des Lebens auf dem Planeten Erde. Entstanden im Zuge einer Millionen Jahre wirkenden Evolution ist sie unentbehrliche Grundlage jeglichen Lebens - auch des menschlichen!

Biologische Vielfalt erzeugt „wie von selbst“ frische Luft, sauberes Wasser, eine Fülle von Nahrung, heilende Substanzen und vieles mehr. In Böden, Wäldern, Mooren und Gewässern speichert sie z.B. Kohlendioxyd und sorgt so für klimatische Stabilität. Gegenwärtig ist eine galoppierende Abnahme der Biodiversität dabei, diese „Ökosystemleistungen“ dramatisch zu verringern.

Die „Borkenkäferkatastrophe“ in den flächendeckenden Fichtenmonokulturen des Waldviertels lässt erkennen, wie wichtig jene STABILITÄT wäre, die in naturnahen Lebensräumen mit hoher Vielfalt vorherrscht. Ändern sich Umweltbedingungen (z.B. Anstieg der Temperatur, längere Phasen der Trockenheit), gibt es in Ökosystemen mit Artenreichtum immer Arten die dann weniger lebensfähig sind, aber auch solche, die die neue Situation meistern. Der Lebensraum ändert sich zwar in seiner Zusammensetzung, er bleibt aber bestehen! Hätte man im Waldviertel, wie vielfach gefordert, die ursprünglichen artenreichen Laubmischwälder geduldet, wäre der Fichtenborkenkäfer ein harmloser tierischer Vertreter der Waldfauna geblieben. Bei weiterem Temperaturanstieg besteht sogar die Gefahr, dass der Lebensraum Wald verschwindet und vom Lebensraum Steppe abgelöst wird.

Wird der Klimawandel endlich als weltweite Katastrophe empfunden, so findet der Lebensraum- und Artenschwund als ähnliche Katastrophe noch kaum Beachtung.

Einfach ausgedrückt:

Geht es außer uns noch möglichst vielen Lebewesen gut,

dann geht es uns auch gut.

Noch kann das Waldviertel mit seinen vielfältigen naturnahen Lebensräumen als „Hotspot der Biodiversität“ bezeichnet werden.

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